famefabrik über ihr fünfjähriges Bestehen, den Dreh mit Cristiano Ronaldo, Schattenseiten, Mannheim uvm.

Die in Mannheim ansässige Videoproduktionsfirma famefabrik feiert am 15.09.2012 ihr fünfjähriges Bestehen. In den letzten Jahren haben die Jungs quer durch die Hiphopbank, von Kool Savas über F.R. bis Fler oder Sido, mit allen etablierten Künstlern zusammengearbeitet. Neben der Video-Produktion für Künstler arbeiteten die Drei (Walde, Mikis und Jan), u.a. auch mit dem Spielehersteller Konami zusammen und setzten Fussballstars wie Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi in Szene. Im Interview mit Spit-TV.de werfen die Jungs einen Blick zurück, sprechen über die Schattenseiten, Konkurrenz, die Echo Auszeichnung für das “Video National” 2010, ihre Jubiläums-Party mit u.a. Kool Savas und Harris und vieles mehr.

Ihr feiert am 15.09.2012 Euer 5 jähriges Bestehen.
Wann war Euer Schlüsselmoment als Ihr Euch dafür entschieden habt eine (damals noch in erster Linie Musik-) Videoproduktionsfirma zu gründen und dies hauptberuflich anzugehen? Und wie wurde dieser herbeigeführt?

Walde: Ich glaube, als wir Mitte 2007 auf Ibiza waren und für die Spezializtz das Video gedreht haben… abends in irgendeinem Club im VIP Bereich, nachdem alles abgedreht war, dachte ich mir: “Was is hier eigentlich los?”. Aber so richtig los ging es dann 2009 mit dem Bürobezug. Ein wichtiger und bedeutender Schritt.
Mikis: Auf Ibiza mit Harry und den Jungs war schon ein Knackpunkt im Kopf, aber auch da wussten wir, dass wir uns richtig den Hintern aufreißen müssen wenn wir von unserem Hobby leben wollen. Das haben wir getan!
Jan: Das Büro zu mieten war auf jeden Fall ein Schlüsselmoment. Für mich war es eher der Tag als ich an der Uni war und ich im Studienbüro saß um mich zu exmatrikulieren.

Was sind nach Eurer intensiven Erfahrung die schönen Seiten und was sind die Schattenseiten in Eurer täglichen Arbeit?

Walde: Wenn nach einem Videodreh in Berlin ein Karlsruher Kollege sich mit einem kleinen Handtuch versucht zu zu decken. (alle lachen)
Es gab in den letzten Jahren so viele intensive Erlebnisse, sowohl positive als auch negative…
Mikis: Das Arbeiten mit den Künstlern deren Musik unsere Jugend geprägt hat und uns noch heute prägt war und ist immer sehr intensiv. Freundschaften, die sich entwickelt haben mit z.B. Harris oder Savas haben uns genauso bereichert wie all die verrückten Momente in den letzen fünf Jahren. Die Schattenseite ist wohl, dass wenn man sein Hobby zum Beruf gemacht hat, man eben kein Hobby mehr hat – Dann sucht man sich einfach ein neues – das macht man vielleicht ja auch irgendwann zum Beruf. (grinst)
Jan: Die schönste Seite an dem Beruf ist die Erfahrung, die man Tag für Tag sammelt. Die verschiedenen Menschen, die man trifft und die Orte an die man ohne das wohl nie kommen würde. Das negative ist wohl wie bei allen Dingen das es am Schluss meistens nur ums Geld geht.

Ihr habt zu dritt angefangen, wer arbeitet denn heute noch fest für famefabrik oder gehört zum erweiterten Team? Stellt Euer Team doch mal vor.

Walde: Wir haben mittlerweile drei Azubis, durchgehend zwei Praktikanten und zwei bis drei Freelancer, die für uns projektweise arbeiten. Bei größeren Produktionen müssen wir noch mehr Leute mit ins Boot nehmen- wie z.B. bei der CR7 Produktion. Da waren es ca. 30 Leute, die es zu koordinieren galt.

Der Standort Eurer Firma ist in Mannheim. Gab es jemals Überlegungen die Stadt zu wechseln. Vielleicht in die Medienhauptstadt Berlin?

Walde: Nein.
Mikis: Überhaupt nicht, Mannheim ist und bleibt für uns der beste Standort. Wir sind eben Quadratschädel. (lacht)
Jan: Vielleicht gibt’s ja mal ne Zweigstelle in L.A. oder so? (grinst)

Was bedeutet Mannheim für Euch?

Walde: Ich komme aus Ludwigshafen und werde somit hier nur geduldet. Aber die sind hier schon sehr gastfreundlich.
Mikis: Bei dem ganzen Geld was du in Mannheimer Bars lässt dulden wir dich gerne Walde. (lachen) Für mich ist Mannheim Heimat. Nichts fühlt sich so gut an wie wenn man nach langer Zeit wieder den Fernmeldeturm blinken sieht. Da weiß man: Ich bin zuhause!

Heutzutage gibt es bereits Consumer Cams, die sehr gutes Grundmaterial bieten und in Kombination mit ein paar Plugins in Adobe Premiere/After Effects kann man als Newbie schon vorzeigbare Resultate erzielen.
Seht Ihr dies als eine Konkurrenz oder, drastischer formuliert, als eine Bedrohung für Euch, da “kreative” Privatpersonen und Videoproduktionsfirmen in den letzten Jahren aus dem Boden sprießen oder wie geht Ihr mit dieser Entwicklung um?

Walde: Konkurrenz belebt das Geschäft. Wir können uns deswegen auch nicht erlauben uns auf unserem Erreichten auszuruhen. Man muss sich ständig weiterentwickeln – nicht zwangsläufig neu erfinden – und immer auf die technischen und visuellen Neuerungen schauen. Andere junge Firmen warten nur darauf, dass man den Anschluss verliert. Aber so ist das nunmal in der Wirtschaft. Ein harter Kampf. Und je größer man wird, umso intensiver sind auch Druck und Wettbewerb. Aber dem muss man sich als Unternehmer stellen, sonst ist man fehl am Platz.
Mikis: Ich finde das sehr positiv! So können Menschen ihre Kreativität ausleben, die vorher vielleicht dazu keine Möglichkeit hatten und es vielleicht schaffen einen ähnlichen Weg zu gehen wie unserer es war. Wenn wir dazu noch eine Inspiration sind ist das doch das schönste. Da draussen gibt es schon richtig grosse Talente im Film- und Video-Bereich, und wenn die famefabrik so weiter wächst wie sie es die letzen Jahre getan hat, dann wird vielleicht der Traumjob für viele dieser Talente sein bei der famefabrik zu arbeiten, und das macht mich jetzt schon stolz.
Jan: Ich empfinde das nicht als Bedrohung. Was uns so stark macht ist nicht nur unsere Kreativität, sondern auch besonders unser Team. Jeder hat sein Spezialgebiet und alle ziehen an einem Strang. Das kann man nicht mit Kameras, Programmen oder Kreativität alleine ersetzen.

Ihr habt mit dem Video “Hey Du” für Sido den Echo für das “Video National 2010” gewonnen. Wie habt ihr diese Auszeichnung wahrgenommen?
Haben sich nach dem Preis neue Möglichkeiten ergeben?

Walde: Es war auf jeden Fall ein wichtiger Schritt in unserer Unternehmensentwicklung. Die Preisverleihung an sich war schon etwas seltsam. Aus mehreren Gesichtspunkten. Erwähnenswert ist dabei, dass wir letztendlich aus der Halle gekehrt werden mussten. Wie es sich gehört.
Mikis: Ein großartiger Abend und ein wichtiger Schritt und Türöffner für uns. Und da hat Walde schon recht, der Abend hat ein weiteres mal gezeigt, dass wir mindestens genauso hart feiern wie wir arbeiten.

Ihr habt für einen Konami Spot des Spiels “Pro Evolution Soccer 2012” u.a. mit Lionel Messi und Cristiano Ronaldo zusammengearbeitet.
Wie lief die Zusammenarbeit?
Gab es lustige Episoden?

Walde: Ich bin bei solchen Projekten auch immer echt angespannt und unter Strom. Im Nachhinein, wenn ich mir das Making-of anschaue, dann denke ich immer: “Was war das für ein geiler Dreh”. In dem Moment selbst empfinde ich das komplett anders.
Mikis: Bei solch grossen Drehs sind natürlich viele Dinge anders. Man hat mehr Leute, die man koordinieren muss und viel mehr Equipment mit dem man arbeitet. Der Druck macht mich hingegen doch eher entspannt, ich kenne meine Rolle genau und fülle sie auch einfach sehr gerne aus. Solch große Drehs machen mir einen riesen Spass, auch wenn das Wetter einem den letzen Nerv raubt. Eine lustige Episode war, dass wir am Abend nach dem Dreh einen unserer Mitarbeiter verloren hatten, den einzigen der spanisch sprechen konnte. Kurz vor dem Flug ist er dann zum Glück aber wieder aufgetaucht.

Gibt es Unterschiede in der Produktion und Zusammenarbeit mit beispielsweise Spieleherstellern und Rapkünstlern?

Walde: Die Geld- und Honorarvorstellungen…
Mikis: (lacht) Ja allerdings! Aber auch die Herangehensweise an das Endprodukt. Sicher hat eine Firma, die ein Produkt bewerben will, auch eigene Vorstellungen über das Was und Wie aber lange nicht so künstlerische wie Musiker.
Jan: In der Industrie ist das Thema Video noch sehr neu, grade was das Internet angeht. Dadurch kann man als junge kreative Firma dort noch mehr bewegen.

Mikis führt ja neben famefabrik auch sein eigenes Label “FirstLoveMusic”.
Wie lief es aus Eurer Sicht bis dato mit dem Label und was kann man in Zukunft noch im Musikbereich erwarten?

Mikis: Sehr gut. Was erst aus Spass und Liebe zu der Musik entstanden ist kann sich mittlerweile selbst tragen und lässt uns Spielraum für das ein odere andere Liebhaber-Projekt. Wir lassen unsere Künstler sehr frei arbeiten und freuen uns immer gemeinsam mit ihnen visuelle Konzepte für sie und ihre jeweiligen Releases zu entwicklen. Da kann man sich natürlich künstlerisch auch sehr schön ausleben. Aber auch neben unseren Künstlern sind wir immer auf der Suche nach interresanten Releases und werden da auch immer wieder fündig. Da stehen wir genauso wenig still. FirstLoveMusic im Auge zu behalten ist also immer noch eine gute Idee.

Am 15.09. feiert ihr in Mannheim Euer fünfjähriges in den Katakomben des Mannheimer Schlosses (Infos). Wie wird die Party ablaufen?

Walde: In erster Linie hoffe ich, dass erstmal alles gut läuft. Mir ist es wichtig, dass alle, die kommen und mit uns feiern wollen, nach Hause gehen und sagen: “Das war ein echt cooler Abend mit den Jungs von der famefabrik”.
Mikis: Das wird die beste Party des Jahres! (brüllt)
Jan: Wenn der Riff kommt wird’s heftig.

Angekündigt sind Kool Savas, Harris, DJ Ron und Dj Shusta. Wie habt ihr die Wahl der Acts getroffen? Habt ihr ein besonderes Verhältnis zu den Jungs?

Mikis: Klar haben wir ein besonderes Verhältnis zu all den Jungs, die spielen werden. Da muss man natürlich immer sehen wie man in den Terminkalender passt und das trifft die Auswahl der Künstler fast von alleine. Wir kommen vom HipHop. Wir lieben den HipHop und deshalb war uns auch wichtig, dass es auf unserer 5 Jahre famefabrik Party jede menge HipHop hat. (grinst)

Special Guests sind auch angekündigt. Könnt Ihr da vielleicht schon ein Geheimnis lüften oder andeuten?

Walde: Ich weiß von nix.
Mikis: Ich weiß es, ich weiß es! Ich sag aber nix! (lacht)

Werfen wir einen Blick in die Zukunft. Wo seht Ihr Euch in weiteren fünf Jahren? Wo wollt Ihr hin?

Walde: Was in fünf Jahren sein wird, weiß keiner von uns. Vor vier Jahren hätte auch keiner gedacht, was wir so in fünf Jahren alles auf die Beine stellen. Ich persönlich hoffe, dass wir auch in den kommenden fünf Jahren weiter so gesund wachsen durch fette Projekte und interessante Menschen, die wir kennen lernen dürfen… Ach und den Spaß sollten wir nicht verlieren.

Vielen Dank für das Interview!

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