Farid Bang – Killa (Review)

Nachdem Farid Bang bereits Ende 2013 in den Rapmedien extrem präsent war, mit seiner Promophase einen langen Atem bewiesen und mit seinem dokumentierten Hausbesuch bei Fler in Berlin sicherlich einen Höhepunkt in den bisherigen Beefs geschaffen hat, veröffentlichte der er am 8. April 2014 sein Album “Killa“.
Diesmal wurde der Release komplett eigenständig gestemmt und Videoclips in u.a. Thailand präsentierten bereits im Vorfeld die neugewonnenen Ressourcen des Düsseldorfer Labels durch den enormen Erfolg des Kollabo-Albums “Jung Brutal Gutaussehend 2” und dem geschickten, nahtlosen Release von KC Rebells Album “Banger rebellieren“, das sich Platz 2 der deutschen Album-Charts sichern konnte.

Mit “Killa” schaffte der Düsseldorfer mit vorbildlicher Promo, Mobilisierung seiner Fans und dem erweiterten Bekanntheitsgrad durch den gezielten Ausbau u.a. durch das Mitwirken beim Kino-Erfolg “Fack Juh Göhte” (Trailer ansehen), auf Anhieb den Sprung auf Platz 1 der deutschen Album-Charts. Laut Internetberichten konnte er über 44.000 Einheiten in der ersten Woche verkaufen.

Die Standard-Version von “Killa” ist 15 Tracks stark und bietet campinterne wie auch prominente Featuregäste mit Bushido oder dem französischen Rapstar La Fouine. Bereits durch die Videos konnte man einen musikalischen Wandel bei der Beatauswahl erkennen, so entschied sich der Banger-Musik-Chef erstmalig für traplastige Produktionen. Ironischerweise warf er Fler noch vor der Albumproduktion vor, den US-Sound und -Style zu kopieren.

“Das ist Banger Musik – Endloser Beef!”

Mit “Farid Bumaye” wird das Album im klassischen, epochalen Stil würdig eingeleitet. Bereits in Interviews zeigte sich Farid begeistert von seinem Song “Lutsch” und diese Mischung aus Trap, Beatbreaks und amüsanten Punchlines funktioniert in der Tat streckenweise sehr gut.

“Wenn ich nicht gerade im Anzug von Boss stecke, benutz’ ich Abrissbirnen als Boxsäcke.”

Auf “King & Killa” kommt es dann zur soliden Reunion der “Jung Burtal Gutaussehend“-Erfolgskollabo mit Kollegah.

Mit dem Titelsong “Killa” dreht Farid mal wieder Autotune auf und sing-sangt futureesque seine gewohnten Battle-Lines inklusive lustigem Kommentar am Ende des Songs. Ironisch und komplett feierbar.

Mütter in der Trennungsphase” kommt im leicht electroiden Gewand und schafft in der Hook einen gezielt klischeehaften Pop-Moment. Lustig beim ersten Mal hören, danach lädt es beim erneuten Album-Hören zum Skippen ein.

Nach den eher düsteren, auf die 12 gehenden Produktionen zu Beginn des Albums, sind wir jetzt in eingängigeren Gefilden und mit La Fouine an der Seite schafft Farid mit “#Moroccogang” eine sehr angenehme Tune, die auf Anhieb in der persönlichen Playlist für den Deutschrap-Sommer landet.

Julian Williams aka J-Luv wird auf “Killa” gleich zweimal gefeaturet und unterstützt die ernsteren Lines auf dem Song “Ohne Bang“. Farid fragt sich auf Songlänge, ob er trotz seines Erfolgs auch eine echte Frau finden kann, die auch ohne den schönen Extras zu ihm hält. Erstklassige Produktion mit einem großartig platzierten Old-School-Drumloop in der Hook, das einen schönen Kontrast zu den 808s schafft.

Dein Weg” ist musikalisch eine schöne Pop-Produktion. Liebessongs von Farid wirken jedoch neben seinen teilweise sexistischen Lines oder Aussagen in Interviews grundlegend künstlich. Wenn auf Alben von Strassenrappern der klischeehafte Liebessong, der ein festgeschriebener Standard für eine Albumproduktion scheint, an der Reihe ist wird es meist schlimm. Im Fall von “Dein Weg” ist das Ganze noch ertragbar. Ob einen Hörer Beschreibungen wie “Ich kann dir nicht mehr in die Augen schauen, als wären sie geschlossen” berühren, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Schuster, bleib bei Deinen Leisten und so geht es mit dem “Comet (Skit)” wieder mit einem lustigen Seitenhieb gegen Sido weiter. Farid berichtet von einem fiktiven Treffen mit Sido und seiner Ex-Freundin Doreen.

Auf “Banger Musiker” wird dann Fler mit Lines wie “und kassiert jemand von Patrick, muss es Schutzgeld sein!” attackiert.

“Es ist Sonny Black – Goodfella Flow, deutscher Rap ist süß wie ein Nutellabrot!”

Goodfellas” vereint dann nach “Gangsta Rap Kings” (Video ansehen) erneut Farid Bang und Bushido. Der ersguterjunge-Chef im “Sonny Black“-Modus und Farid in Normalform liefern eine gewohnt gute Kollabonummer ab.

Bitte Spitte Toi Lab” war die erste Videosingle zu “Killa” und zeigt Farid Skills in Sachen Spits. Eine schöne Reihe, die er zukünftig hoffentlicht fortführen wird.

Disco MMA” ist ein guter Statusreport aus dem Hause Banger Musik mit KC Rebell und dem Affiliate Summer Cem. Parallel ist “Disco MMA” auch der Titel der beiliegenden DVD. Auf “Maskuliner” wird dann erneut zwischen den Zeilen gemeinsam mit Signing Majoe auf einem klassischen, wirkungsvollen Strassenrap-Beat gegen Maskulin geschossen.

Das Finale des Albums leitet der Song “Zeitmaschine” ein, auf dem Julian Williams erneut die Hook übernimmt. Farid reist in der Zeit zurück, lässt einige Ereignisse in seinem Leben noch mal Revue passieren und reflektiert. Das ist zu einem angenehmen Standard auf Farids Alben geworden und Songs wie dieser ermöglichen neben eher konstruierten Liebes- oder Storytelling-Songs wirklich mal einen kleinen Einblick in die Gedankenwelt von Farid.

Fazit:

Killa” ist ein sehr solides Album, das mit Trap-Einflüssen einen frischen Sound liefert. Von Seiten der Produktionen gibt es nichts zu bemängeln und auch die Rap-Performance von Farid Bang oder seinen auserwählten Featuregästen sind konstant solide. Wie in Interviews angekündigt hat der Düsseldorfer auch in der Tat ein starkes Gangstarap-Album geschaffen. Überraschungen bleiben aus. Genau deshalb ist für die Zukunft auch noch etwas Luft nach oben.

Bewertung:

Highlights:

2. Lutsch
4. Killa
6. #Moroccogang feat. La Fouine
7. Zeitmaschine feat. Julian Williams

Videos zum Album:

► “Lutsch”

► “Bitte spitte toi lab”

► “King & Killa”

► “Killa”

► “Zeitmaschine” feat. Julian Williams

► “Dein Weg”

Download: Farid Bang – Killa

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