„DREAMS“: Die Entstehung, das Team, der „Shindy-Rucksack“ & Verkaufszahlen

Am vergangenen Freitag erschien mit „DREAMS“ das wohl meisterwartete Deutschrap-Album 2016. Pünktlich zum Release kam es dann zu einem kleinen Skandal, der unmittelbar in Kommentarbereichen und sogar Youtube-Unboxing-Videos verarbeitet wurde.

Der Skandal um den „Shindy-Rucksack“

Nachdem Shindy in vorhergegangenen Ansagen und Blogs erklärte, dass der Premium-Box seines Albums „DREAMS“ auf Amazon das „hochwertigste“ Produkt einer Box jemalas beigelegt wurde, war die Überraschung bei den Fans groß als es letztendlich ein Rucksack wurde.

Im Netz werden die Produktionskosten des Rucksacks auf 2 bis 3 Euro geschätzt. Ausserdem gibt es eine DVD mit den Videos zu u.a. „JFK / Safe“ oder „Stress ohne Grund“, die bereits auf Youtube zu finden sind und einen Download-Code für Remixe. Das ist für die Fans zu wenig und für viele reine Abzocke. So bewerteten zahlreiche Fans auf Amazon auch das ganze Album „DREAMS“ mit lediglich einem Stern. Seit dem Releasetag und der Enthüllung des Boxinhalts bröckelt etwas das Image des bei Bushido gesignten Rappers.

Premium Boxen im Deutschrap

Ausserdem führt dies erneut zur Diskussion über die Relevanz von Premium Boxen im Deutschrap. Grundlegend sind die Boxen eine Chance den Künstler stärker zu unterstützen (Umsatz zählt für die Chart-Wertung). Einen Mehrwert, den sich viele erhoffen, gibt es wohl in den seltensten Fällen. Zumal die beigelegten Produkte meist einfach von minderwertiger Qualität sind.

„Komplett enttäuscht!“: Shindy polarisiert bei Fans mit „DREAMS“

Exklusives Interview mit Shindy

Eigentlich sollte bereits am vergangenen Sonntag das letzte, exklusive Interview mit Shindy zu seinem Album „DREAMS“ über den Youtube-Kanal von Bushido erscheinen. Nachdem Shindy zwar zu den späten Abendstunden erklärte, dass das Interview noch kommen werde, erklärte er später, dass es zeitlich nicht mehr klappen würde, da Bushido bereits eingeschlafen sei.

Am gestrigen Dienstag erschien das Videointerview dann endlich, und um es vorweg zu nehmen, es ist wohl das bisher beste Interview von Shindy. Geführt wurde das Interview von Josip Radovic, der mit Shindy dessen autobiografisches Werk „Der Schöne und die Beats“ schrieb und für das Mode-Lifestyle-Magazin GQ arbeitet.

Shindy DREAMS Waldorf Astoria

Laas Unltd., OZ Beats, Nico Santos: Das Team um Shindy

Im Rahmen des Interviews spricht Shindy über das Team, das er für die Arbeit an „DREAMS“ vereint hat.

Laas Unltd., der bereits textlich für Fler an „Vibe“ arbeitete, lernte Shindy über den Maskulin-Chef und Ali Bumaye kennen. Eines Abends saß Laas Unltd. mit den Jungs im „Papa Ari„, dem Restaurant von Arafat Abou-Chaker in Berlin. Nachdem nur noch er und Shindy im Restaurant waren, spielte er Laas eine Skizze von „Sex ohne Grund“ vor. „Sex ohne Grund“ war eine Single von Ali Bumaye und dessen Album „Rumble in the Jungle“, auf der auch Shindy gefeaturet wurde. Shindy hatte erst vier Zeilen. Kurz darauf reimten die beiden im Restaurant. Diese Art von Zusammenarbeit mit Laas Unltd. definiert Shindy als „Ping Pong“. Beide spielten sich quasi Reime hin und her.

Nachdem dies so locker von der Hand ging, fragte Shindy Laas Unltd. kurzerhand ob er an seinem kommenden Solo-Album mitwirken wolle. Dieser war auf Anhieb dabei und so übernahm Laas Untld. eine wichtige Rolle im kreativen Prozess von „DREAMS“. Laas Unltd. sei für Shindy ein wichtiger Ansprechpartner, mit dem er sich reimtechnisch forderte und seine Technik grundlegend weiterentwickelt habe. Durch den kreativen Austausch der beiden arbeitete er viel detaillierter an Reimen als bei seinen vorherigen Alben.

Der Schweizer Produzent OZ Beats habe bereits seit langem über einen Freund versucht mit Shindy Kontakt aufzunehmen. Anfänglich erklärte Shindy dessen Freund, dass er keine Beats brauche, da er alles selbst produziere und belächelte die Anfrage. Die Kontaktperson liess nicht locker und versuchte es erneut. In der Zwischenzeit war OZ Beats bereits in den USA aktiv und produzierte für u.a. Meek Mill. Shindy war erstaunt als er das erfuhr und dachte sich, dass er keine 20.000 Dollar für einen Beat zahlen könne, da er nicht über ein Budget wie in den Staaten verfüge. OZ besuchte dann einen Auftritt der „CCN3“ Tour und kam mit Shindy direkt in Kontakt. Er spielte ihm unter einem Beatpaket den Beat von „ROLI“ vor, den Shindy kurzerhand saven ließ. OZ, der damals in Gesprächen mit Drakes Umfeld für die Mitwirkung an „Views“ stand, erklärte, dass der Beat auch an den Star gesendet wurde, und bei einem Pick er den Beat bekommen werde. Für Shindy ginge das in Ordnung. Drake pickte den Beat nicht für „Views“ und so nahm Shindy die erste Produktion von OZ. Beide vertieften die Zusammenarbeit und produzierten sogar „Best Friends“ von Ali Bumaye und Bushido zusammen. Für den Entstehungsprozess von „DREAMS“ sei OZ Beats sehr wichtig gewesen. Shindy schätzt das Können des Schweizers.

Der Sänger Nico Santos, der bereits die Hook für „Sex ohne Grund“ einsang, sei für Shindy ein hochtalentierter, musikalischer Allrounder. Für Shindy habe Santos eine der besten Stimmen in Deutschland und seine Meinung sei für ihn sehr wichtig. Ausserdem habe er für „DREAMS“ viel live eingespielt, sei es am Klavier oder am Synthie.

Shindy: Keine Musik nach Release von „DREAMS“

Aktuell gebe sich Shindy selbst eine musikalische Auszeit. Bis Silvester plant er keine Musik zu machen, um bewusst erstmal etwas Abstand zu gewinnen, um dann wieder inspiriert an neue Produktionen zu gehen.

Akuelle Verkaufszahlen von „DREAMS“

Nachdem viel über den „Shindy-Rucksack“ im Netz gesprochen wurde und viele Fans ihre Enttäuschung kund taten, scheint es in Sachen Verkäufe trotzdem wie zu erwarten solide für Shindy zu laufen. Vielleicht stärkt dieser Skandal sogar noch mehr die Mysterie um den Künstler. In einzelnen Aufnahmen, die während der Produktion von „DREAMS“ entstanden, sieht man, dass Shindy während der Produktion des Albums sehr konzentriert und sich selbst fordernd arbeitete. Das kam bis dato in noch keinem Videoblog oder Interview mit diversen Hiphop-Medien zum Vorschein. Dies macht seinen Hang zur Ästhetik und seinen Drang innovative Musik zu produzieren sehr greifbar.

Alle Beiträge zum Album „DREAMS“ hier!

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DREAMS: „Die Realität Michael Schindlers“

Am Releasetag und am Samstag konnte Shindy bereits 75.000 Einheiten seines Albums „DREAMS“ verkaufen. Im exklusiven Interview erklärt Shindy, dass er wohl der deutsche Promi ist, der aktuell den größten Einfluss auf die Kids hat.

Sein Buch „Der Schöne und die Beats“ soll aktuell kurz vor fünf stelligen Verkaufszahlen stehen und mit „DREAMS“ scheint der Gold-Status für 100.000 verkaufte Einheiten bereits in trockenen Tüchern zu sein.

„DREAMS“ ist neben der deutschen Übersetzung „Träume“ übrigens auch eine Abkürzung, verrät Shindy im Interview. So steht „DREAMS“ für „Die Realität Michael Schindlers“.

HIER: „DREAMS“ von Shindy downloaden!